Umschuldung
Samstag, 3. Januar 2009 | Autor: Dirk Löbe
Wenn der Dispositionskredit seit Wochen völlig ausgenutzt ist oder ein Darlehen von der Bank gekündigt wird oder die Zinsbindung bei der Baufinanzierung endet, stehen Kreditnehmer oftmals vor einer wichtigen Entscheidung. In diesen Fällen sollte unbedingt auch immer an eine Umschuldung gedacht werden und nicht nur auf das Angebot oder Stillschweigen der Bank vertraut werden.
Denn nicht zwangsläufig muss eine Umschuldung negative Konsequenzen haben. Vielmehr kann sie auch zu einer deutlichen Verbesserung der Konditionen führen. Bei einem ausgereizten Dispositionskredit ist eine Entlastung durch eine mögliche Umschuldung quasi schon vorprogrammiert. Denn während die Zinsen für Dispositionskredite meist deutlich im zweistelligen Bereich liegen, sind sie für Ratenkredite meist im einstelligen Bereich.
Günstigere Konditionen können auch bei der Umschuldung von Baufinanzierungen erzielt werden. Denn beim Ablauf der Zinsbindungsfrist muss die Finanzierung mit der Bank ohnehin neu ausgehandelt werden. Das Einholen eines Vergleichsangebots kann bei den Verhandlungen mit dem finanzierenden Institut nur förderlich sein. Schwieriger gestaltet sich eine Umschuldung, wenn ein Kredit von der Bank gekündigt wurde. Kaum eine fremde Bank wird dann bereit sein, eine Umschuldung vorzunehmen. Eine Umschuldung nach vorheriger Kündigung des Kredits durch die Bank hat in der Regel zur Folge, dass Kreditnehmer höhere Zinsen zu zahlen haben.
Besonders sinnvoll kann eine Umschuldung dann sein, wenn ein bestehender Kredit Möglichkeiten zur vorzeitigen Ablösung oder zu hohen Sondertilgungen bietet. Hier kann ständig geprüft werden, ob es Kreditangebote gibt, die günstiger sind als der bestehende Kredit. Mit dem Kreditbetrag aus dem neu abgeschlossenen Kredit kann der Bestandskredit einfach abgelöst werden. Dadurch ergibt sich für den Kreditnehmer ein hohes Maß an Flexibilität. Bei Bestandskrediten, die keine kostenfreie Sondertilgung oder vorzeitige Ablösung vorsehen, kann eine Umschuldung allerdings teuer werden. Hohe Gebühren oder Vorfälligkeitsentschädigungen machen eine Umschuldung weniger attraktiv oder sogar vollkommen unwirtschaftlich.
Eine erfolgreiche und sinnvolle Umschuldung sollte daher nur erfolgen, wenn zuvor eine kompetente Beratung in der Angelegenheit stattgefunden hat. Dazu sollte zwar auch der Bankberater angehört werden, allerdings sollte seinem Urteil nicht blind gefolgt werden. Bankberater sind in der Regel am Verkauf und an der Kundenbindung interessiert. Deshalb sollte unbedingt ein unabhängiger Berater hinzugezogen werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass eine Umschuldung sinnvoll und wirtschaftlich durchgeführt wird.
Tags: Bank, Baufinanzierung, Beratung, Kredit, Kunde, Vergleich, Zins
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