Finanzierung
Donnerstag, 1. Januar 2009 | Autor: Dirk
Mit dem Begriff Finanzierung wird ein Teilbereich der Finanzwirtschaft bezeichnet, der alle betrieblichen Abläufe in Bezug auf die Bereitstellung und Rückzahlung finanzieller Mittel umfasst. Diese finanziellen Mittel werden für betriebliche Investitionen benötigt. Die Finanzierung wird in Innenfinanzierung und Außenfinanzierung unterteilt. Bei der Innenfinanzierung werden vergangene Gewinne einbehalten (als Thesaurierung bezeichnet). Für die Thesaurierung müssen dem Unternehmen aus dem innerbetrieblichen Umsatz liquide Mittel zufließen, welchen keine zahlungswirksamen Auszahlungen gegenüberstehen dürfen.
Mit Außenfinanzierung werden die Finanzierungsmöglichkeiten bezeichnet, bei denen einem Unternehmen von außen liquide Mittel zugeführt werden. Die Mittel stammen deshalb nicht aus dem Leistungserstellungsprozess des Unternehmens. Die Außenfinanzierung kann zum einen als Beteiligungsfinanzierung (durch Zuführung von Eigenkapital in Form von Einlagen – deshalb auch Eigenfinanzierung genannt) erfolgen, zum anderen ist eine Außenfinanzierung auch über Fremdkapital (Kredite, Darlehen u. a.) möglich. Aus diesem Grund wird hier von Fremdfinanzierung gesprochen.
Bei der Eigenfinanzierung wird dem Unternehmen durch die Eigentümer oder auch Anteilseigener zusätzlich Eigenkapital zur Verfügung gestellt. Bei der Zuführung von Kapital bestehen dabei zwei Möglichkeiten – die Erhöhung der Einlagen oder die Aufnahme neuer Gesellschafter. Zur Eigenfinanzierung zählt auch die Selbstfinanzierung, bei der das Kapital aus dem Leistungsprozess des Unternehmens stammt. Die Eigenfinanzierung ist aufgrund dieser Finanzierungsvarianten sowohl der Außen- als auch der Innenfinanzierung zuzuordnen.
Eine Fremdfinanzierung liegt immer dann vor, wenn dem Unternehmen Kapital von außen zur Verfügung gestellt wird. Das Kapital wird dabei in Form von Krediten gewährt. Hierbei wird zwischen langfristigen Krediten (z. B. Darlehen, Obligationen, Optionsanleihen u. a.) und kurzfristigen Krediten (z. B. Kontokorrentkredit, Lieferantenkredit, Diskontkredit, Wechsel u. a.) unterschieden. Die Kreditgeber haben dabei im Unternehmen keine Mitspracherechte und werden auch nicht an Gewinn bzw. Verlust des Unternehmens beteiligt. Aus diesem Grund zahlt der Kreditnehmer an den Kreditgeber einen vorher vereinbarten Zins.
Die Finanzierung umfasst außerdem die Formen Factoring und Leasing. Bei Factoring werden die Forderungen des Unternehmens an eine Factoring-Gesellschaft verkauft. Das Unternehmen erhält dafür sofort die Zahlung des Kaufpreises (i. d. R. 90 % und den Rest, wenn die Forderung beglichen wurde). Das Ausfallrisiko wird dabei auf die Factoring-Gesellschaft übertragen, für das Unternehmen entfällt damit das Kreditrisiko. Leasing bezeichnet eine spezielle Form der Finanzierung, bei der durch Zahlung eines Leasingentgelts dem Leasingnehmer durch den Leasinggeber die Nutzung eines Gegenstandes ermöglicht wird. Leasingverträge haben dabei den Charakter von Mietverträgen mit der Option, die Sache nach Beendigung des Leasingvertrages entweder zurückzugeben oder aber zu kaufen.
Tags: Gewinn, Kredit, Unternehmen, Vertrag, Zins